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Der moderne Bildkonsum ist zunehmend darauf ausgelegt, unsere Sehnsüchte und Fantasien zu stillen, während er sie gleichzeitig weiter schürt: „live streams“, „food porn“ oder „unboxing videos“ gehören zu den bildschirmbasierten Phänomenen aus dem Reich digitaler Begehren und Fetische, die die Grenzen des Obsessiven, Intimen, Triebhaften und Perversen ausloten. Sie florieren dank unserer Lust am Sehen und können uns das Gefühl von Zugehörigkeit, Teilhabe oder Abgrenzung geben. In der Ausstellung Schaulust wird anhand von künstlerischen und kulturellen Erscheinungsformen das Wechselspiel von Blick und Begehren, die Rolle des Bildes und die Legitimität des Blicks vor dem Hintergrund des vernetzten Bildes thematisiert.

Schaulust soll in unterschiedlichen Subkategorien verhandelt werden. Das Thema Intimität lotet die Grenze vom voyeuristischen Interesse des Betrachters, dem fotografischen Eindringen in private Sphären und der freiwilligen Preisgabe von Privatsphäre aus. Mit „food porn“ soll die Normalisierung des Blicks und die Standardisierung von Bildern behandelt werden. Des Weiteren soll untersucht werden, wie mittels Bildern ein Gefühl von Komfort, Zufriedenheit und Geborgenheit generiert werden kann. Als Gegenstück dazu sollen auch der durch Bilder ermöglichte soziale Rückzug, die Forcierung von suchtähnlichem Verhalten und das Bild als Proxy für das reale Leben untersucht werden. Welche Tabus werden gebrochen und welche werden erst durch unseren heutigen Medienkonsum generiert? Ebenfalls sollen die Aspekte Technophilie und durch AI generierte Inhalte, die Schaulust erwecken, befriedigen oder neue Möglichkeiten des Sehens eröffnen, thematisiert werden.

Kuratiert von Danaé Panchaud und Miriam Edmunds.

Schaulust ist eine Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur im Rahmen von SITUATIONS.