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CA L’ISIDRET

Das Photoforum Pasquart zeigt die erste Ausstellung in der Schweiz der drei Fotografen Roger Guaus (*1972, ES), Aleix Plademunt (*1980, ES) und Juan Diego Valera (*1976, AR) – alle Mitbegründer des Independent-Verlags Ca l’Isidret.

Nachdem die Fotografen 2010 in Argentinien ein gemeinsames Projekt realisierten, gründeten sie Ca l’Isidret Edicions. Der Verlag dient ihnen als Laboratorium für fotografische und publizistische Experimente, bei welchen sie zugleich als Fotografen wie auch als Verleger fungieren. Sie sind gemeinsame Herausgeber jeder Publikation, egal ob das Buch Projekt von einem oder allen dreien ist. Ca l’Isidret ist der Name eines Hauses in Alt Penedès, Katalonien, in welchem einer der drei Fotografen wohnt und in welchem sie sich regelmässig treffen.

Jeder verfolgt seinen individuellen Weg, daher bezeichnen sie sich offiziell auch nicht als kollektiv. Vielmehr halten sie ihre starke und konstante Verbindung aufrecht und arbeiten regelmässig an gemeinsamen Projekten. Selbst wenn ihre Ästhetik verschieden bleibt, verbindet sie ihre Herangehensweise an die Fotografie: Konstantes Fotografieren als Reaktion auf eine Umgebung und als Massenaufnahme persönlicher Erfahrungen, die permanent entstehenden Bilder dienen als formbares Rohmaterial für ihre Ausstellungen und Publikationen.

Ca l’Isidret wurden vom Photoforum Pasquart dazu eingeladen, ein neues Projekt für die Ausstellungsräume zu entwickeln. Während ihrer Residenz in Biel wurde das Gefühl des Zweifelns immer mehr zu einem zentralen Bestandteil: «Ein sehr offener Begriff, welcher gleichzeitig auch gut mit unserem Wesen als Künstler übereinstimmt – immer zögernd und zweifelnd, die Notwendigkeit und den Zweck unserer Arbeit auf emotionaler, kognitiver und künstlerischer Ebene hinterfragend.»

Alle in der Ausstellung gezeigten Bilder sind während einer zehntägigen Residenz Ende April in Biel entstanden. Sie fotografierten die Stadt, deren Bewohner_innen, Strassen und Tiere – den Blick und die Kamera auf unzählige Details gerichtet: Zierpflanzen, Verbotsschilder, verstaubte und glänzende Autos, Raben im Flug, Statuen in der Altstadt, Porträts in Grossaufnahme. Während sie die Stadt entdeckten und fotografierten, begannen sie den der Schweiz nachgesagten Wohlstand zu hinterfragen. Obwohl während ihrem Aufenthalt die Schweiz immer wieder als reichstes Land der Welt bezeichnet wurde, empfanden sie diese Aussage nicht als zutreffend. Dennoch hatte das ständige wiederholen dieser Behauptung als eine Art Label Spuren hinterlassen und ihre Erfahrungen in Biel beeinflusst. Auch wenn der Wohlstand nicht direkt Thema der Ausstellung ist, hatte diese Aussage Auswirkungen auf den Produktionsprozess und die Bildauswahl.

Alle Bilder: © Ca l’Isidret 2018

Diese Ausstellung wird ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung von der Volkart Stiftung, der spanischen Botschaft, Còpia Lab und Ediprim.

Parallel zur Ausstellung:

LISA LURATI