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PERFECT TIME AHEAD

Perfect Time Ahead untersucht die Verkaufsikonografie, die die Entwicklung der Uhrmacherhäuser im 20. Jahrhundert begleitet hat. Die Ausstellung geht dem Zusammenspiel zwischen der Geschichte der Uhrenindustrie und der Technik, der Werbung und dem Verkauf, der Fotografie und dem Grafikdesign nach.

Die Fotografie hat über fachlich hochwertige Bilder von Uhren hinaus, einen bemerkenswerten Bildkorpus erschaffen, der mit der Entwicklung der Uhrmacherhäuser einhergeht und zu deren Ruf beiträgt. An diesem Punkt knüpft das Photoforum an und schlägt durch die Präsentation von historischen Werbungen im Original zusammen mit einer aussergewöhnlichen Neuinszenierung dieser Bildwelten eine kritische und zeitgenössische Auslegung vor.

Einige Themen tauchen in der Geschichte der Uhrenwerbung immer wieder auf. Die Uhr ist dabei in erster Linie ein technisches Objekt, ein für die Industrie unentbehrliches Instrument, welches Züge nach Fahrplan verkehren und Kriege gewinnen lässt. Die Werbung macht sich diese Errungenschaften zu eigen und verführt potentielle Kund_innen dazu, dieses Instrument – welches mehr leistet, als bloss die Uhrzeit anzuzeigen – an ihren Handgelenken zu tragen. Die Uhrenindustrie greift in der Werbung oft menschliche und technische Meisterleistungen aus der Raumfahrt, der Luftfahrt oder der Erforschung der Ozeane auf. Während Entwicklungen aus der Uhrenindustrie oft zu entscheidenden Fortschritten in diesen Bereichen beitragen, werden Persönlichkeiten wie Astronauten der NASA, Piloten der Pan Am und Feldforscher_innen im Gegenzug als Werbeträger eingesetzt, womit die Uhrmacherhäuser Normalsterblichen nahelegen, dass sie durch den Besitz derselben Armbanduhr diesen Figuren etwas näher kommen.

Der Sport mit all seinen Disziplinen – vom klassischen Tanz über Tennis bis zum Schwimm- oder Klettersport – ist ebenso ein wichtiges Thema dieser Werbekampagnen. Die männlichen und weiblichen Körper im Fokus dieser Werbungen erhalten die gleichen Qualitäten wie die Uhren: Perfektion, Präzision, Kraft und Widerstandsfähigkeit. Politische Macht oder allgemeiner gesagt die Führungselite spielt auch eine wichtige Rolle. So behaupten einige Uhrmacherhäuser mehr oder weniger offen, dass sich unter ihren Kund_innen auch Adlige, einflussreiche Politiker_innen, Stars und andere Personen des öffentlichen Lebens befinden.

Gewisse Uhrmacherhäuser machen auch nicht Halt, sich in grossen Debatten, die die Gesellschaft beschäftigen, zu positionieren. So wird zum Beispiel die Gleichberechtigung in Slogans wie «gleicher Lohn, gleiche Zeit» aufgegriffen. Ebenso wird die Ökologie in den 1970er Jahren zum Thema, als die Eroberung der Ozeane und der Lüfte als Thema dem Umweltschutz weicht.

Eine Ausstellung von Clément Gicquel & Danaé Panchaud

Perfect Time Ahead ist Teil von Zeitspuren ist eine Kooperation zwischen dem Kunsthaus Pasquart, dem Photoforum Pasquart und dem NMB Neues Museum Biel.

Diese Ausstellung wird ermöglicht durch die grosszügige Unterstützung von OMEGA SA und der Stiftung Vinetum.

Bild: Astronaut Kathryn D. Sullivan, 41-G mission specialist, uses binoculars for a magnified viewing of Earth through Challenger’s forward cabin windows, Sullivan Views the Earth, October 6, 1984 (NASA / 41G-11-027)

Perfect Time Ahead. Photoforum Pasquart 2018

Ausstellungsansicht (Charlotte Falcy / Photoforum 2018)

Perfect Time Ahead. Photoforum Pasquart 2018

Ausstellungsansicht (Charlotte Falcy / Photoforum 2018)

Marine with the training gliders at Page Field, Parris Island, S.C., May, 1942 (Palmer Alfred T. / 1a35144v)

Perfect Time Ahead. Photoforum Pasquart 2018

Ausstellungsansicht (Charlotte Falcy / Photoforum 2018)

(Clément Gicquel / Photoforum 2018)

Ausstellungsansicht (Clément Gicquel / Photoforum 2018)

(Clément Gicquel / Photoforum 2018)

Ausstellungsansicht (Clément Gicquel / Photoforum 2018)

Astronaut Alan L. Bean, Lunar Module pilot for the Apollo 12 lunar landing mission, holds a Special Environmental Sample Container filled with lunar soil, 20.11.1969. NASA / AS12-49-7278

(Clément Gicquel / Photoforum 2018)

Ausstellungsansicht (Clément Gicquel / Photoforum 2018)

(Clément Gicquel / Photoforum 2018)

Ausstellungsansicht (Clément Gicquel / Photoforum 2018)

ZEITSPUREN

THE POWER OF NOW
9.09 – 18.11, Kunsthaus Pasquart

Die Ausstellung Zeitspuren – The Power of Now beleuchtet mit Installation, Video, Fotografie, Performance und Malerei die ästhetische, materielle und kulturelle Bedeutung von Zeit. Diese offenbart sich uns über visuelle Erzählungen aktueller Diskurse. Die Zeitlichkeit im Alltag, in der Geschichte, der Technologie oder der Imagination wird in vier Themenfeldern von rund fünfunddreissig internationalen Kunstschaffenden reflektiert. Das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit dient als Einstieg und artikuliert sich über kritische und spielerische Sichtweisen rund um ein latentes Unbehagen unserer normierten Tagesstrukturen. Die Zeit als formbare Skulptur entdecken wir in Werken, die sich mit der Geschichtsschreibung, dem Freilegen von verborgenen Narrativen und materiellen Prozessen befassen. Variable Zeitlichkeit in inszenierten Leben und deren Aufzeichnungen zeigt sich im Spiel zwischen Performance, Dauer und Aufnahmeverfahren. Werke, die spekulative und fiktive Szenarien untersuchen, verweisen letztlich auf die digitale Vernetzung und die damit verbundene Beschleunigung und Auflösung unserer Lebensrealitäten.

Kuratiert von Samuel Leuenberger und Felicity Lunn

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VON ZEIT ZU ZEIT
9.09 – 27.01, Neues Museum Biel

Was ist Zeit und was macht sie mit uns? Generationen von Natur- und Geisteswissenschaftlern haben sich mit der Zeit beschäftigt und eine unüberschaubare Anzahl an Büchern sind zu diesem für die Gesellschaft zentralen Thema erschienen. Seit der Antike nähert sich die Wissenschaft dem Phänomen entweder physikalisch, philosophisch, metaphorisch oder soziologisch an.

Die Ausstellung im NMB Neues Museum Biel hat keine Synthese der unzähligen Überlegungen zum Ziel. Vielmehr gewährt sie einen Einblick in verschiedene Dimensionen der Zeit und erkundet die Auswirkungen der Zeitmessung auf das Leben der Menschen. Aus der Vielzahl von Wortkompositionen und Redewendungen, die den Begriff «Zeit» enthalten, wurden dafür 24 Ausdrücke bestimmt, wie etwa «Freizeit», «Arbeitszeit», «Wartezeit» oder «Zeitgeist». Sie werden in der Ausstellung historisch, archäologisch oder künstlerisch hergeleitet, individuell erfahrbar gemacht und nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz befragt.

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