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Diese Ausgabe des Festivals muss leider auf Mai 2021 wegen der Pandemie verschoben werden.

Die Bieler Fototage widmen sich der Schweizer und internationalen Nachwuchsfotografie und findet jedes Frühjahr in Biel statt. Das Photoforum Pasquart präsentiert eine Ausstellung des Festivals in seinen Ausstellungsräumen und schlägt für jede Ausgabe ein Projekt vor.

Thema 2020/2021: Cracks

Identitätskrisen, politische Instabilitäten, ökologischer Wandel, wirtschaftliche Restrukturierungen – die FotografInnen und die Projekte, die im Rahmen der 24. Ausgabe der Bieler Fototage vorgestellt werden, erschaffen Räume zum Nachdenken über gesellschaftliche Brüche und Herausforderungen. In einer Zeit, in der sich die politischen Systeme in einer Krise befinden, wo Debatten über das Zusammenleben entfachen, wo lautstarke Demonstrationen auf der ganzen Welt ertönen und soziale Netzwerke Gemeinschaftssinn erzeugen, uns aber auch physisch isolierien, bietet das Festival einen Einblick in das zeitgenössische Bild. In einer Umbruchstimmung wird die diesjährige Ausgabe der Bieler Fototage unser kollektives Unbewusstsein hinterfragen und, wer weiss, ein kollektives Bewusstsein wiederfinden. Ist es im Grunde genommen nicht so, dass Entscheidendes aus Brüchen oder Rissen heraus entsteht?

Projekt des Photoforum: cry of an echo von Małgorzata Stankiewicz

Jahrhundertelang und entgegen aller Erwartungen widerstand der Białowieża-Urwald dem barbarischen Verhalten der Menschen auf seinem Gelände. Doch 2016 hatte der neue polnische Umweltminister Jan Szyszko, unter dem Vorwand zu dessen Schutz zu handeln, einen gross angelegten Holzeinschlag in den Gebieten genehmigt, die bis dahin von jeglichem menschlichen Eingriff bewahrt waren. Obwohl in den letzten Jahren so viel über die Umwelt gesprochen wurde und ihr Schutz ein dringendes und überfälliges Bedürfnis ist, wurde der letzte Urwald Europas zwei Jahre lang auf Anweisung derer, die ihn schützen sollten, abgeholzt. Cry of an echo ist mein Protest, meine persönliche Stimme des Widerstands; die Bilder sind eine Metapher für das drohende Unheil der unwiederbringlichen Zerstörung.

Das Projekt wurde während eines einmonatigen Aufenthaltes als Freiwillige im Nationalpark Białowieża im Frühjahr 2016 realisiert. Es umfasst insgesamt 46 Bilder, die absichtlich durch Maskierung, chemische Verunreinigung, ungleichmässige Entwicklung, Bleichen und Retuschieren misshandelt wurden. Ursprünglich als handgemachtes Künstlerbuch konzipiert, gewann Cry of an echo 2017 den Unseen Dummy Award und das Buch wurde im September 2018 vom niederländischen Verlag Lecturis veröffentlicht.“

Małgorzata Stankiewicz

Bild: Pierre-Kastriot Jashari, Mi-temps, 2019