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Sebastian Stadler

Die Fragen nach dem Realitätsanspruch der Fotografie und nach den Schnittstellen zwischen digitalem Raum und analoger Dingwelt bilden die Grundlage der Arbeit von Sebastian Stadler (*1988, Sankt-Gallen). Der junge Ostschweizer Künstler hat an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und an der Ecole cantonale d’art de Lausanne (ECAL) studiert.

In der Serie «L’apparition» (2014) überlagern virtuelle Lichtphänomene Bilder von realen Landschaften. Sebastian Stadler arbeitet bei einigen Bildern der Serie mit Doppelbelichtungen: Auf einem analogen Filmstreifen hält er zunächst Bilder unserer unmittelbaren Umgebung fest. Den gleichen Film belichtet er ein zweites Mal, indem er Fragmente von Bildschirmen in Nahaufnahme abfotografiert. Die scheinbar perfekte Oberfläche löst sich bei genauerem Hinschauen in ihre Bestandteile auf – diese Pixelstrukturen werden durch die Doppelbelichtung zu digitalen Spuren in der realen Landschaft.

Unsere vertraute Wahrnehmung wird auch in den Videoarbeiten von Sebastian Stadler untergraben. Sie zeigen uns Nicht-Orte und Übergangszonen. Die unter dem Titel «Travelling» gezeigten Filmsequenzen sind Teil eines stetig wachsenden Archivs. Sie richten den Blick nach oben auf die Deckenkonstruktionen öffentlicher Gebäude – festgehalten auf der Fahrt der darunterliegenden Rolltreppe. Die ständige Wiederholung in Serie führt die Bewegung ad absurdum.

Eine weitere, aktuelle Videoarbeit macht eine banale mechanische Bewegung zur dramaturgischen Vorgabe: Mit dem Rollband, das die Besucher zum Eingang des Disneyland Paris bringt, fährt die Kamera über den gigantischen Parkplatz. Eine Stimme aus dem Off heisst die Gäste willkommen und weist sie an, sich den Standort des Wagens einzuprägen – so als wäre das eigene Fahrzeug der letzte Anknüpfungspunkt an die Aussenwelt.

Pressedossier (pdf)

www.sebastianstadler.ch


Aus der Serie „L’apparition“, 2014 © Sebastian Stadler

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