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Coping with Distance

Unter der Teilnahme von Olaf Otto Becker – Claudia Hausfeld – Einar Falur Ingólfsson – Mathilda Olmi –Ingvar Högni Ragnarsson – Pétur Thomsen

Die Erfahrung der Weite in der Landschaft und die der Zeit sind existenzielle Erfahrungen. Welche Fotografie erwächst aus dieser topologischen Begebenheit? „Coping with Distance“ zeigt Fotografie aus Island, welche sich diesem Erfahren von Distanz annimmt.

Denkt man an Island und Fotografie, dann fallen einem weite Landschaften, grosse Wasserläufe und vulkanische Aktivitäten ein, mit wenig Bodenpersonal auf diesem Zwischenlandungsplatz zwischen dem amerikanischen und europäischen Kontinent. Doch gerade in den Sommermonaten brechen viele aus den gemässigteren Gebieten zu dieser nördlichen Insel auf, um die unberührt scheinende Natur zu erleben, die bei manchen beinahe den Status eines Paradieses innehat. Die Naturlandschaften von Island beeindrucken unweigerlich, so dass viele Fotografierende versuchen, das Erhabene in dieser Landschaft abzubilden. Die Zuschreibung ‚Erhaben-Sein‘ weist auf die Entfernung zwischen uns und dem Objekt der Betrachtung hin, doch was hat es denn sonst noch mit dieser Distanz(-erfahrung) auf sich?

Distanz ist in erster Linie eine räumliche Kategorie, doch die Distanz von und zu etwas wirkt sich in den nördlichen Breitengraden auf die gesamte Existenz des Menschen aus. In der Ausstellung „Coping with Distance“ zeigt das PhotoforumPasquart zeitgenössische Fotografie, welche die menschliche Erfahrung mit der Distanz zeigt. Im Bewältigen der räumlichen Entfernungen liegt auch eine der grossen Leistung der im Norden ansässigen Menschen. Entfernungen prägen das Leben in körperlicher Weise, somit wird Distanz zur Metapher von vielen Aspekten des Lebens, auch demjenigen der Zeit – wie lange wird es dauern, bis man sich wieder sieht, wenn man voneinander Abschied genommen hat?

Man kann sich aber auch in kultureller oder zeitlicher Weise voneinander entfernen. Die in „Coping with Distance“ gezeigte Fotografie spürt den Kulturbrüchen nach, die sich in Island ereignet haben. Die extremen klimatischen Bedingungen ermöglichten in früheren Zeiten keine dichtere Besiedlung, da das Land und das Meer nicht mehr Menschen ernähren konnten. Heute flüchten viele aus den nördlichen Regionen, aus ihrer Abgeschiedenheit zu den urbanen Zentren. Wenn es einerseits der räumlichen Abgeschiedenheit zu verdanken ist, dass sich ein Brauchtum länger hält, so lassen als gegenteilige Entwicklung die Verlockungen des Neuen sich als Folgen der beschleunigten Entwicklung der heutigen Welt sehen, an die wir auch in der Schweiz unsere Fragen haben.

Pressetext (pdf)


Partenariat

From the Series „Waiting“, Yellow House, 2012. © Ingvar Högni Ragnarsson

Reykjanesbrautin, 2010. © Einar Falur Ingólfsson

Concrete spillway chute, Kárahnjúkar dam, 2010. © Olaf Otto Becker